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Dieser Nachruf erschien in Ausgabe 17 (1/1999). Nachruf von Jürgen Rohrmann - Bietigheim/D Hirokazu Kobayashi, direkter Schüler vom Aikido-Begründer O-Sensei Morihei Ueshiba ist verstorben. Am 28.8.1998 verstarb der Grossmeister Hirokazu Kobayashi, 8. Dan, aus Osaka, im Alter von 68 Jahren. Anlässlich seines Todes wurde am 7./8. November 1998 in einem Vorort von Vicenza (Altavilla Vicentina I) ein Gedenklehrgang abgehalten. Hierzu ein Bericht über Kobayashi Sensei und dem Lehrgang. Das AIKIDO von Hirokazu Kobayashi
Bereits im Alter von 7 Jahren fing er mit Karate, Kendo und Judo an. Diese Kampfkünste betrieb er bis ca. 1943. Während des Krieges erlebte er eine Art Wiedergeburt. Sechs Monate vor Kriegsende, als 16jähriger, wurde er als Kamikazepilot auf einem Flugzeugträger eingesetzt. Als es zu seinem Einsatz kam, streikte ein Motor seiner Maschine und er konnte nicht mehr starten, da die Maschine nicht rechtzeitig repariert werden konnte. Alle seine Freunde und Kameraden seiner Staffel kamen ums Leben. Er war einer von wenigen Überlebenden, nach vier Tagen im Wasser wurde er schwerverletzt und erschöpft gerettet. Er hatte sich während den vier Tagen an Holzplanken und Fässern festgeklammert. In der Zeit Ende 1945-Anfang 1946, nach dem Krieg, begann Sensei mit Aikido. 1984 in Thonon machte er folgende Angaben auf die Frage wie und wann er mit AIKIDO begonnen hat: »Ich übte Kendo, Judo und Karate aus, bevor ich zu Aikido Kontakt bekam. Im Jahre 1946 sagte mein Karatelehrer, ich solle einige Zeit mit Karate aufhören und eine richtige Budo-Sportart erlernen. So gab er mir ein Empfehlungsschreiben für O-Sensei M. Ueshiba. Mit diesem Empfehlungsschreiben ging ich nach Tokio, erst gegen Abend wies mir eine alte Frau den Weg zum Dojo. Sie sagte: "Dort hinten ist ein Dojo, aber es ist sehr klein und soll verhext sein, ob dort Aikido trainiert wird, weiss ich nicht." Vier Leute nur trainiert dort und das Dojo war erbärmlich klein. Ich wusste nicht, was ich von alldem halten solle, ähnliches hatte ich bisher nicht gesehen. O-Sensei war nicht anwesend, sein Sohn Kishomaru Ueshiba leitete das Training. Ich fragte nach O-Sensei und Kishomaru Ueshiba antwortete: "Ich bin O-Sensei". Ich sagte, mir wurde O-Sensei als ein älterer Herr mit weissem Bart und dunklen stechenden Augen beschrieben. Nochmals sagte Kishomaru Ueshiba er sei O-Sensei. Ich zeigte ihm mein Empfehlungsschreiben. K. Ueshiba entschuldigte sich und sagte O-Sensei sei unterwegs, aber wenn ich wolle, könne ich sofort mittrainieren. Ich hatte kein Dogi dabei, aber K. Ueshiba meinte, ich könne so mittrainieren. So trainierte ich sofort mit, durch die vielen Hebeltechniken am Handgelenk, die ich nicht gewohnt war, konnte ich nach dem Training nur unter grossen Schmerzen mein Essbesteck halten. Nach drei Tagen bekam ich O-Sensei zu Gesicht, genau wie er mir beschrieben wurde. Von kleiner Gestalt, mit einem langen weissen Bart und dunklen stechenden Augen. O-Sensei war lediglich 1,54 m gross, Sensei stand zur Verdeutlichung auf und zeigte mit der Hand unter sein Kinn die Grösse von O-Sensei. Er redete überhaupt nicht, führte eine Technik gegen verschiedene Angriffe vor, und liess es uns nachvollziehen. Die ersten drei Jahre fehlte ich an keinem Tag, weder an Weihnachten, noch an meinen oder anderen familiären Geburtstagen.« Nach seinen Angaben war sein bester Freund zur damaligen Zeit M. Saito. Auch als Uke teilten sie oft Freud und Leid. Während bei Aikiken-Trainingsstunden oft Kobayashi Sensei als Uke aufgefordert wurde, war es im Aikijo Saito Sensei, wenn er nicht organisatorische Aufgaben für O-Sensei erledigen musste. Deshalb sagte Kobayashi Sensei, sei er mehr dem Aikiken verbunden. Kobayashi Sensei beschrieb die lange Zeit an O-Sensei's Seite als äusserst hart, nicht nur als Uke, sondern auch ausserhalb der Tatami als Begleitung von O-Sensei war es ausserordentlich anstrengend, da O-Sensei sehr impulsiv war und oft kurzerhand irgenwelche Planungen einfach über den Haufen warf. In Tokio war verweilte Kobayashi Sensei insgesamt ca. 9 Jahre, im Jahre '54 ging er nach Osaka. Nach Kobayashi Sensei's Angaben war O-Sensei fast jeden Monat in Osaka, um einen 10-Tageslehrgang abzuhalten. Gemäss O-Sensei entsprechen 10 Tage am Stück dem Optimum, um Aikido zu lernen und zu verstehen. Danach bräuchten Körper und Geist erst einmal eine Ruhepause (deshalb wurde der traditionelle Lehrgang von Kobayashi Sensei in Thonon les Bains immer während 10 Tagen abgehalten). Zu späterer Zeit ging er auch zu Seiseki Abe um Aikido zu unterrichten, aber hauptsächlich um Kalligraphie zu lernen, da dieser ein Kalligraphielehrer war. Ebenso wurde 1954 das Dojo von M. Hikitsuchi in Shingu eröffnet, zu dem O-Sensei regelmässig ging. In Iwama war er sehr oft, um sich von den Reisen zu erholen und um zu beten und sich zum Ausgleich auch Gartenarbeiten zu widmen. Im Hombu Dojo war O-Sensei laut Auskunft von Kobayashi Sensei nicht mehr sehr oft, vielleicht 2 Tage im Monat. Dort unterrichteten Kishomaru Ueshiba und viele verschiedene Aikikaimeister. Von 1957 an gab Kobayashi Sensei seinen Beruf auf und machte nur noch Aikido. Wenn er nicht O-Sensei begleitete, unterrichtete er auf Geheiss von O-Sensei selbst an über 30 Hochschulen in Osaka und Kobe. Als 1961 O-Sensei nach Hawaii ging sollte Kobayashi Sensei mit, doch dessen Vater starb und so ging an seiner Stelle N. Tamura mit. 1964 bekam er von O-Sensei im Alter von 35 Jahren den 8. Dan, damit war er damals der jüngste 8. Dan. In diesem Jahr ging er auf Wunsch von O-Sensei das erste mal nach Europa um Aikido zu unterrichten. Den ersten Lehrgang hielt er in der Schweiz in der Nähe von Genf ab. Der Lehrgang wurde von dem Judoka Jakob Boetschi ausgerichtet, der auch den Kontakt zu O-Sensei bzw. Kobayashi Sensei herstellte. Auf dem Lehrgang waren nur Judokas, die gehört hatten, dass ein Grossmeister aus Japan einen Lehrgang in AIKIDO abhält. So kamen 40 Judokas um Sensei Kobayashi zu »testen«. Sensei Kobayashi wusste um die Stärke der Judokas und liess trotzdem nur den typischen Angriff von den Judokas ausführen. Sobald sie ihn berührten, störte er ihren Angriff durch einen Atemi, der meistens auch recht kräftig traf, da die Judoka's diese Art, sich zu verteidigen, nicht kannten. Und bevor sie sich versahen, lagen sie bereits auf der Matte. Mit den Aikidotechniken, vor allem mit den für sie ungewohnten Hebeln, konnten sie wenig anfangen. Sensei Kobayashi wunderte sich nur, dass die Schweizer beim Nikyo derart hart im Nehmen waren, immer schrien sie »Eeeiiii« und Sensei verstand das japanische »Hai« (gesprochen »Heeii« = JA) und dachte der Gepeinigte wolle den Nikyo noch härter und stärker spüren. Im nächsten Training waren nur noch 10 Judokas übrig, entweder hatten sie ziemliche »Gelenkschmerzen« oder Angst. Der erste offizielle Aikidolehrgang wurde dann in Tilburg in den Niederlanden von Sensei abgehalten. Von dieser Zeit an kam er regelmässig jedes Jahr, lange Zeit im Frühjahr und Sommer, um Lehrgänge zu leiten. Das Jahr 1964 war nochmals ein wichtiges Jahr in der Aikidogeschichte, da O-Sensei wieder Änderungen an seinem System vornahm. Er fügte das Meguri hinzu, kleine Drehungen der Hand oder des Armes. Kobayashi Sensei übernahm diese Änderungen als einer der wenigen und dies prägte sein Aikido. Thonon 1984 auf die Frage: »Obwohl viele Meister bei O-Sensei gelernt haben, sind doch die Techniken von Meister zu Meister unterschiedlich, worauf ist das zurückzuführen?« H. Kobayashi: »Da die Menschen unterschiedlich sind, ist auch das Aikido der einzelnen Menschen unterschiedlich.« In diesem Zusammenhang erzählte Kobayashi Sensei einmal: »O-Sensei sagte zu mir, er werde in Tokio kein Aikiken und Aikijo mehr unterrichten, die würden das sowieso nicht kapieren. Auch wenn ich Techniken verändert habe fällt das keinem auf, jeder macht die Technik wie gewohnt.« Dies erklärt auch warum in manchen Aikido-Stilrichtungen, selbst im sogenannten »klassischen Aikido« (was immer das auch ist), kein Aikiken und Aikijo unterrichtet wird. Als im April '69 O-Sensei starb, war Kobayashi Sensei einer von vier, die anwesend waren. Kurz vor seinem Tod hatte O-Sensei ein Gespräch mit Kobayashi Sensei geführt. In diesem Gespräch teilte O-Sensei ihm mit, er wisse, dass es Streitereien unter den Meistern gebe, meist wegen Neid und Macht. Deshalb solle Kobayashi Sensei diese Streitereien schlichten. Fünf Leute sollen zukünftig das AIKIDO zusammenhalten: Tohei Sensei, Ueshiba Sensei, Kobayashi Sensei, Tomiki Sensei und Shioda Sensei. Tohei solle Doshu sein und die Gesamtleitung übernehmen, K. Ueshiba und H. Kobayashi sollen Tohei unterstützen. Zu Tomiki und Shioda soll der Kontakt nicht abgebrochen werden, obwohl sie bereits vor längerer Zeit ihren eigenen Weg gingen. Doch nach dem Tode von O-Sensei waren aus irgendeinem Grund keinerlei schriftliche Aufzeichnungen zu finden. K. Ueshiba pochte auf seinen Familiennamen und wurde somit Doshu. Doch unter die Leitung von K. Ueshiba wollte sich keiner der anderen so richtig stellen. So gaben sich Kobayashi Sensei und K. Ueshiba Sensei gegenseitig das Versprechen, die verschiedenen Meister (gemeint waren die damals ranghöchsten Grossmeister) zusammenzuhalten. Das Verständnis klappte eine Zeit lang ganz gut. Doch die Ruhe währte nicht lange, auf Grund von zwischenmenschlichen Problemen und auch der Problematik K. Ueshiba - K. Tohei ging das Bündnis auseinander. Tohei verliess das Hombu Dojo und gründete seinen eigenen Verband und auch viele andere gingen ebenfalls diesen Weg. Den Auftrag, die Streitereien unter den führenden Meistern zu schlichten und das Aikido zusammenzuhalten, konnte Kobayashi Sensei somit nicht erfüllen. So ging auch er wieder nach Osaka um an den Universitäten und Hochschulen zu unterrichten und weiterhin nach Europa, um dort Lehrgänge abzuhalten wie es ihm sein Lehrer aufgetragen hatte. Einen eigenen Verband zu gründen, kam ihm weder in Japan noch in Europa in den Sinn. Im Gegenteil, als in Italien und in Polen ein »Kobayashi-Verband« gegründet wurde und Kobayashi Sensei dies erfuhr, wurde er zornig und untersagte die Verwendung seines Namens. Er sagte, er mache Aikido, so wie er es von seinem Lehrer O-Sensei Morihei Ueshiba gelernt habe und auch dieser habe »seine« Kampfkunst Aikido und nicht Ueshiba-Aikido genannt. 1978 war Kobayashi Sensei das erste Mal in Deutschland und gab einen Aikido-Lehrgang in Rüsselsheim, 1979, dann in Nürnberg. Es folgten später Köln, Marburg, München, Stuttgart, Tübingen, Bietigheim, Ludwigsburg, Oberstenfeld, Heilbronn als Lehrgangsorte. Von 1989 an, als 60jähriger, kam er nur noch in den Sommermonaten auf Europatournee. Den letzten Lehrgang in Deutschland gab er im Juli 1996 in Oberstenfeld. Als er 1997 in Aix-en-Provence einen Aikido-Lehrgang abhalten wollte, musste er auf Grund eines Schwächeanfalls in ein Krankenhaus eingeliefert werden und konnte dadurch den Lehrgang und auch die bevorstehende Tournee nicht abhalten. Die geplanten Lehrgänge in Mulhouse und in Oberstenfeld wurden von Sensei G. Savagnago abgehalten. Kobayashi Sensei flog zurück nach Japan und musste sich dort in Behandlung geben. Die Ärzte stellten einen wohl angeborenen Herzfehler fest, der auf Grund seiner stets äusserst guten Kondition und körperlichen Verfassung sich erst im Alter auswirkte. Am 28.8.1998 verstarb Kobayashi Sensei... ...nachdem er vier Tage im Koma lag, an den Folgen sehr hohen Fiebers, die das sehr geschwächte Immunsystem nicht mehr bekämpfen konnte. Bereits Monate vor seinem Tod wusste Kobayashi Sensei, dass er bald sterben würde und hatte seinen Schülern noch eine letzte Botschaft hinterlassen. Anlässlich des Gedächtnislehrganges zu Ehren von Kobayashi Sensei wurde die Botschaft mit einem Brief von Kobayashi Sensei's Frau Kiyoe Kobayashi (Osaka) von G. P. Savegnago, 7. Dan, aus Cornedo, vorgelesen. Die Botschaft An diesem Samstagmorgen, in Vicenza, war wunderschönes Herbstwetter, als wir im Dojo von G. P. Savegnago im Seiza auf der Tatami sassen. Ca. 150 Personen waren aus ganz Italien, Frankreich und Deutschland angereist, um an dem Lehrgang teilzunehmen. Bietigheim, Oberstenfeld und Vaihingen waren mit 20 Personen angereist, darunter auch welche aus unserer ersten Stunde mit Kobayashi Sensei in Nürnberg 1979, Thomas Dimt, Manfred Mann und ich. Giam Pietro Savegnago sass als ranghöchster (7.Dan) Lehrer an der Kamiza-Seite, wir als Gastlehrer sassen auf der Joseki-Seite. Zu meiner rechten sass Manfred Mann, 5. Dan, Aldo Gonzato, 5. Dan, Piero Solvano, 5. Dan, Adrien Halm, 6. Dan, zu meiner linken Livio Zulpo, 4. Dan und Luca La Rosa, 4. Dan. Als Savegnago Sensei die Eröffnungsrede in italienisch hielt, musste ich unwillkürlich an den Januar im Jahre 1979 zurückdenken. (Damals, als Thomas Dimt, Manfred Mann und ich nach Nürnberg gefahren sind, um uns einen Japaner anzuschauen, der den 8. Dan im Aikido besitzt. Wir, stolze Träger des 1. Kyu/1. Dans, die sogenannten »Bundesbesten«, wie es damals im DAB hiess. Mit grossen Augen verfolgten wir, wie Kobayashi Sensei Aikido praktizierte. Kein theoretisches Gefasel. Absolute Kontrolle vom Partner, eine nie gesehene Dynamik und Kraft, traumhaftes Timing, einen aufrechten und festen Stand von Sensei in allen Lagen. Unterricht in Aikiken und Aikijo, das wir bis zu diesem Zeitpunkt, nach immerhin 4-7-jähriger Aikidopraxis noch nie gesehen hatten. Für uns war von diesem Zeitpunkt klar, nach 7jähriger Isolation im »klassischen Aikido« wollten wir uns umschauen, uns sämtliche Aikidolehrer und Stilrichtungen anschauen. Doch wir blieben immer Schüler von Kobayashi Sensei, bis zum heutigen Tage.) Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen. A. Halm übersetzte die italienische Einführung- und Begrüssungssrede in die deutsche Sprache. Anschliessend sollte M. Mann die deutsche Übersetzung des Briefes von der Frau von Kobayashi Sensei vorlesen. Nun war der Zeitpunkt gekommen um von Sensei Abschied aus unserer Welt zu nehmen, ich blickte für einen kurzen Augenblick nach oben, die Decke war unterteilt durch ein querverlaufendes langes Dachfenster das offen stand, zum stahlblauen Himmel. Grusswort von Frau Kiyoe Kobayashi an die Teilnehmer des Gedächtnislehrganges für Hirokazu Kobayashi Sensei am 7./8. November 1998 in Altavilla Vicentina (Italien), hier die deutsche Übersetzung von U. Wallauer-Faderl aus Nürnberg: Es hat als Schicksal (Vorsehung) begonnen: Die Geschichte eines halben Jahrhunderts im Zeichen der Lehre seines grossen Meisters Ueshiba ging in diesem Sommer 1998 zu Ende, mein Mann kehrte mit 70 Jahren zu seinem Meister zurück. Dank des verstorbenen Jakob Boetschi hat mein Mann Ihnen, den Europäern, Aikido bekannt gemacht. Es begann mit der Schweiz und dann Belgien, Italien, Deutschland, den Niederlanden... stets den Geist des Aikidos verbreitend, verliess er regelmässig zweimal pro Jahr Japan. Ich kenne die genaue Zahl der Übenden nicht, aber sicher waren es unzählige. Und jeder hat die Aufgabe übernommen, seinerseits zu unterrichten. Sie mussten schwere Prüfungen auf sich nehmen. Dennoch haben Sie meinem Mann die Ehre des Aikidos zuteil werden lassen. Ich danke Ihnen für Ihre eifrige (glühende) Unterstützung. Ich bitte Sie, unaufhörlich auf diesem Weg weiterzugehen. Ich möchte noch einmal dem verstorbenen Grossmeister Ueshiba und Herrn Boetschi Dank sagen für alles, was Sie geleistet haben. Ich zitiere, was mein Mann uns hinterlassen hat: »Ich sterbe bald. Ich werde wieder auferstehen in dieser Welt. Ich werde auferstehen, um weiterhin Aikido zu verbreiten.« Ich danke Ihnen für die Freundlichkeit, mit der Sie mir zugehört haben. Kiyoe Kobayashi Es war ruhig im Dojo, einzig die Geräusche der nicht so »Seizasitzfesten« und das fröhliche Vogelgezwitscher von draussen waren zu hören. Ich musste an die Worte von Sensei denken: »Aikido wird es immer geben, auch nach meinem Tod geht es weiter«. Und ich versuchte, mit dieser Einstellung den Lehrgang mitzumachen. Das Training wurde in zwei nebeneinander liegenden Räumen abgehalten, jeweils 2 Lehrer gaben zur gleichen Zeit ein Training. Savegnago Sensei und ich sollten das Eröffnungstraining geben. Nachdem das Shin-Kokyu und die Gymnastik gemeinsam durchgeführt wurden, sind die Schüler aufgeteilt worden und folgten mir in den zweiten Raum. Ich versuchte Erinnerungen und bestimmte Techniken von Sensei, die wir auf Lehrgängen besonders oft geübt haben in der Zeit von 1979 - 96, zu vermitteln. Am Samstagnachmittag ging es im gleichen Schema weiter, jeder der eingeladenen Lehrer hielt zu Ehren von Kobayashi Sensei ein Training ab. Am Samstagabend, beim Nachtessen und bis spät in die Nacht, wurden viele alte Bilder von Kobayashi Sensei angesehen, auch wurden alte Erinnerungen ausgetauscht und aus der anfänglichen traurigen Stimmung wurde mehr und mehr ein fröhliches Miteinander. Am Sonntagmorgen wurde wieder von 9.30-12.00 Uhr Aikido praktiziert, wie wir es von Sensei gelernt haben. Im Anschluss des Trainings wurde nochmals eine Abschlussrede gehalten und allen Lehrern und allen Teilnehmern wurde persönlich mit einem Geschenk gedankt. Auf die Frage »...was ist Aikido und auf was kommt es an?...«, gab Sensei Kobayashi einmal zur Antwort: »AIKIDO ist eine Beziehung von Herz zu Herz.« |